31.1.15

Ü50-1: Pokalaus beim Nordberliner SC


In dünner Besetzung flog die Ü50-1 gegen den Nordberliner SC mit 0:3 aus dem Pokal raus. In der ersten Halbzeit hatten wir noch die größeren Torchancen, aber zu Beginn der zweiten Halbzeit passten wir zweimal hinten nicht auf und lagen 0:2 hinten. Bei winterlichen Platzverhältnissen ging uns gegen die zahlenmäßig deutlch überlegenen Nordberliner die Puste aus, so dass wir ohne Torerfolg blieben.

So blieben das schönste an diesem Abend die Bouletten und der Kartoffelsalat im Nordberliner Casino, was beim 4:1 der Wolfsburger besonders gut schmeckte.
Hans Sch.

24.1.15

Erfolgreiche Hallenturniere für Ü50 und Ü60


Sportlich begann das Jahr richtig gut für die Ü-Mannschaften des BSC. Die Freunde von Hansa 07 hatten wieder eingeladen zu ihrem Hallenturnier in der Lobeckstraße.
12:00 Uhr Mittags startete die Ü60: Mit Axel, Hannes, Peter, Blondie, Wolfgang, Ebi und Hans Sch. hatten wir eine ordentliche Truppe beisammen. Leider mussten Arne (arbeitsbedingt) und Berrie (krankheitsbedingt) absagen. Außerdem war Wolfgang angeschlagen. Statt „Bäume ausreißen“ war also solide Abwehrarbeit gefragt.

Die gelang uns auch wirklich gut: 0:0 gegen den späteren Sieger Rudow, 0:0 gegen Gastgeber Hansa 07 und dann der Höhepunkt: Gegen die eigentlich ziemlich stark – aber genauso erfolglos spielenden Adler aus Lichtenrade (oder Marienfelde?) gelang uns ein Tor!!! Es sollte das einzige bleiben. Hat aber Spaß gemacht, weil der gegnerische Spielmacher allzu sicher war, meinen Schuss blocken zu können. Ein klarer Sieg im letzten Spiel hätte zum Turniersieg gereicht, aber unsere Kräfte nicht und außerdem wäre der Gegner SCC bei einem Sieg gegen uns Zweiter geworden. So endete das Spiel 0:0, wir blieben ungeschlagen und dank Keeper Peter ohne Gegentor. Ehrlicherweise müssen wir eingestehen, dass wir zweimal vom Glück begünstigt wurden: Nach einem sagen wir Missverständnis oder verunglücktem Rückpass oder ? sprang im ersten Spiel in der Schlussminute der Ball vom Innenpfosten auf die Torlinie zurück. Doch zum Glück gab es keine Torlinientechnik, so dass die Rettungsaktion von Axel als torverhindernd gewertet wurde. Glück hatten wir auch im letzten Spiel, als Ebi im eigenen Strafraum artistisch (er sagte „ballettös“) klärte. Da er erst den Ball und dann den Kopf des Gegners traf, entschied der Schiedsrichter auf „Gefährliches Spiel“ und nicht auf „Strafstoß“. Aber da wir auch die eine oder andere klare Torchance ausgelassen hatten, verließen wir das Turnier erhobenen Hauptes als Vizemeister. Und ich bin sicher, dass der treue und gut aufgelegte Fan Effendi noch diverse Statistiken hervorzaubern wird, die unsere Leistung in das rechte Licht rücken werden.

Damit lag die Latte hoch für das anschließende Ü50-Turnier. Einige Leistungsträger bereiten sich noch auf die Rückrunde vor, daher gab es auch hier nur zwei Wechselspieler. Neben Grimmi, Schreibi, Frank, Klaus, Stephan, Hans Sch. bekam Olaf aus der zweiten seine erste Chance in der ersten – und er hat sie genutzt. Nach dem Turnier ernannten wir ihn zum offiziellen Kandidaten für die Ü50-1 und Sprotte Schreibi sang „Olaf, ich will Dein' Hammer sehn“.

Um es direkt zu sagen: die Ü50 hat die starke Leistung der Ü60 voll und ganz bestätigt: Sechs Spiele, davon vier lupenrein ohne Gegentor. Mit drei Siegen und drei Unentschieden, also ebenfalls ungeschlagen, mit 12 Punkten und einem Torverhältnis von 5:2, verwiesen wir den SSC Südwest (ebenfalls 12 Punkte, Torverhältnis 4:1) knapp aber deutlich auf Platz 2.
K L A U S  durfte also das erste Mal im Leben einen Siegerpokal mit nach Hause nehmen!!!

Im ersten Spiel gegen Pankow schoss Grimmi das Siegtor, gegen Hansa brauchten wir wegen eines ärgerlichen Gegentores die beiden Tore von Grimmi und Schreibi zum Sieg. Dann 0:0 gegen Südwest, 1:0 gegen Pankow durch ein Tor von dem durch Pferdekuss im ersten Spiel stark gehandicapten Frank und 1:1 mit einem Hammer-Tor von Olaf gegen Hansa 07.

Damit kam es im letzten Spiel des Turniers zu einem echten Endspiel gegen die punktgleichen Südwestler. Die ersten 5 Minuten dominierten wir klar. Mehrere Pfostenschüsse und andere Großchancen ließen wir aber aus. Südwest musste gewinnen und in den letzten drei Minuten war es ein offener Schlagabtausch. Mit der Schlusssirene knallte noch ein Schuss an meinen Pfosten – aber wir sind Turniersieger!!

In beiden Teams also gute Leistung, gute Stimmung und Erfolg - so kann es weiter gehen!

Und vielen Dank nochmal an die Freunde von Hansa 07 für das schöne Turnier!!

Hans Sch.

11.1.15

4. Tischtennisturnier der Ü-Mannschaften des BSC


Kann Uwe seinen dritten Titel holen? Zeigt Grimmi´s Leistungskurve weiter nach oben? Wird Stephan zum vierten Mal Zweiter? Ist Wolfgang so stark wie bei seinem Auftritt vor drei Jahren? Kommt Frank jetzt mit seinem Penholdergriff klar? Kommt Hannes? Allein?

Viele Fragen und um es gleich zu sagen, es war wieder ein Erlebnis!

Mit Esti und Volker waren zwei Neulinge dabei, die einen schönen Weg nach vorn gesehen haben.

10. Volker

Gut gelaunt kam er kurz vor 10:00 Uhr in Grimmi´s Sporthalle nach Moabit. Seinen Schläger hatte er nicht dabei, aber ansonsten war er top vorbereitet. Obwohl seine Statur nicht ideal fürs Tischtennisspielen ist, konnte er im Laufe des Turniers sogar mehrmals in Führung gehen. Und sicher wird er nächstes Jahr wieder dabei sein, allein schon, um sich danach wieder einen Filetteller mit doppelten Bratkartoffeln und Spiegelei zu gönnen.

9. Esti

Esti war ebenfalls gut vorbereitet. Er hatte zwar keinen Schäger dabei, dafür aber einen gut aufgepumpten Fußball. Absolut beeindruckend, wie schnell er sich auf die neue Situation einstellen konnte. Mit René lieferte er sich ein erbittertes Match um den achten Platz, das er nur knapp verlor. Sportlich fragwürdig allerdings, dass er nach dem Turnier Protest einlegte, da die Tischtennisbälle seiner Meinung nach nicht richtig aufgepumpt waren. Aber als er uns nach dem Turnier sein Motorolahandy mit integrierter Antenne und die Casio-LCD-Uhr mit Digitalanzeigte vorführte, war dieser Lapsus schon wieder vergessen.

8. René

Hat im vergangen Jahr hart an sich gearbeitet. Deutliche Verbesserung. Hat jetzt doppelt so viele Spieler hinter sich gelassen wie im Vorjahr. Ob Jutta ihm das glauben wird?

7. Klaus

Wie immer mit vorbildlichem Einsatz. War als Außenseiterfavorit gestartet und hätte auch gewonnen, wenn er nicht überraschend gegen die Spitzenspieler Uwe, Wolfgang, Arne, Grimmi und Hans verloren hätte. Hat mit seinem Erfolg gegen Stefan aber das Tableau wesentlich beeinflusst!

6. Arne

Spielfreude pur! Er begann wie der Mozart des Tischtennisspiels. Und als er sich nach den ersten Sätzen etwas beruhigt hatte, brachte er besonders Uwe, Wolfgang und Bernd mit seiner überaus sicheren und cleveren Spielweise an den Rand der Verzweiflung. Uwe nahm er einen Satz ab, Stephan quälte er mit Penholderaufschlägen. Und Trash-Talk ist sowieso eine seiner großen Stärken. Wir wählten ihn ohne Gegenstimme (er hatte sich selbst enthalten) zum unangenehmsten Spieler des Turniers. Nachher konnte er sich aber voll rehabilitieren, als er in dem Problembezirk Moabit dem jungen Kellner mit Migrationshintergrund kostenlos Nachhilfe erteilte, wie man Spareribs (nicht) anrichtet. Wieder ein kleiner Schritt in Richtung Bundesverdienstkreuz!

5. Grimmi

Es war wieder einmal eine Top-Organisation von ihm. Spielplan, Tische, Netze, Schläger, Bälle – alles super! Wir haben zwar schon bemerkt, dass ihm alles ein wenig schwerer fällt, aber wir haben ihm das nicht gezeigt. Etwas traurig stimmte allerdings das Vorspiel zum Turnier: Uns hatte Grimmi erzählt, dass er in seiner Schule aufgestiegen sei und nun eine leitende Stellung einnimmt. Aber bei der Programmierung der neuen Schließanlage scheint man ihn vergessen zu haben. Jedenfalls standen wir vor verschlossener Tür. (Ein Fenster war zwar offen – aber ohne Arne wollten wir nicht spielen.) Die von Bernd herbeigerufenen Kollegen grüßten ihn zwar freundlich, schlossen ihm die Tür aber nicht auf. Endlich zeigte wenigstens der Pförtner Erbarmen. Als Grimmi ihm verstohlen einen blauen Schein zusteckte sahen wir taktvoll nicht hin.

Aber sportlich ist Grimmi immer noch auf der Höhe. Mit sauberem und druckvollem Offensivspiel fegte er seine Gegner von der Platte. Er hatte zwar Schwierigkeiten mit Arnölu, aber dafür brachte er Uwe ins Wanken und irgendwann wird er ihn besiegen! Leider hatte er sich selbst die schwerste Auslosung zugemutet. Er wollte Wolfgang, Uwe und Stephan schlagen, bevor sie sich einspielen konnten – aber da hatte er sich etwas verspekuliert. So blieb ihm aber immerhin ein Platz unter den Big Five!

4. Wolfgang

Im ersten Turnier zeigte Blondie noch absolutes Top-Niveau. Er konnte Angriff und Abwehr und Vorhand und Rückhand. Für mich war er der Top-Favorit gewesen. Gegen Uwe zeigte er ein Superspiel um dann im dritten Satz beim Stand von 9:9 zur allgemeinen Enttäuschung zwei Bälle ziemlich sang- und klanglos zu vergeben. Nachdem er auch gegen Stephan verloren hatte, blühte er gegen Hans im ersten Satz noch einmal auf. Aber erneut gab er im dritten Satz (beim Stand von 2:10) das Spiel ohne Grund verloren. Schade. Es war Arne eine Freude, dem gebrochenen Mann noch eine vierte Niederlage zuzufügen. Folgerichtig verzichtete Wolfgang auf das Abschlussbankett um im Grunewald einige Strafrunden zu joggen.

3. Stephan

Wieder hat sich unser bester Spieler um den Sieg und die Schreiberpflicht gemogelt. Einer knappen Niederlage gegen Uwe ließ er taktisch geschickt noch eine gegen Klaus folgen. Mit zwei Niederlagen war er auf der sicheren Seite. Die Schwierigkeiten gegen Arnes Penholder-Aufschläge konnte er meistern und gegen Hans zeigte er im vorletzten Spiel sein wahres Können. Den ersten Satz nach 8:10 Rückstand noch gedreht konnte er den zweiten früher drehen und hoch zufrieden sein: keine Berichtspflicht und endlich den Ruf des ewigen Zweiten los!

2. Uwe

Früher soll er ja ein netter Kerl gewesen sein, behauptet er jedenfalls. Nach angeblich verletzungsbedingter Auszeit wollte er wieder angreifen. Mit vorbildlicher Beinarbeit steht er in tiefer Hocke und mit weit gespreizten Beinen immer richtig zum Ball. Dadurch kann fast jeden Ball nach Belieben mit der etwas sichereren Rückhand oder mit der noch gefährlicheren Vorhand nehmen. Rosskopf und Boll waren auch nicht schneller auf den Beinen und Ove Waldner schon gar nicht. Auffällig eisig war aber das Schweigen in der Halle, als er im ersten Spiel nach hartem Kampf gegen Wolfgang im dritten Satz knapp gewonnen hatte. Wenn man bedenkt, wie jung Uwe ist und wieviel er in die Ertüchtigung seines Astralkörpers steckt, dann könnte man allerdings doch etwas mehr erwarten. Bei den knappen Siegen gegen Grimmi, Arne, Stephan und Volker hatte er aber sein Glück aufgebraucht, so dass es gegen Hans nicht mehr reichte. Und da im Tischtennis keine tödlichen Rückpässe möglich sind, musste er sich mit Platz zwei begnügen. Das Fazit eines auf eigenen Wunsch hier nicht genannten Teilnehmers war dann auch: „das Beste an Uwe´s Spiel war, dass er das Turnier nicht gewonnen hat.“

1. Hans

Same procedure as last year: Professionelle Kleidung mit einer Hose von Joola, Schuhen und Shirt von Butterfly, Socken vom Strumpfeck Spandau und Mark V –Beläge von Yasaka Cobra sowie eine günstige Auslosung waren die halbe Miete. Ein knapper Sieg gegen Wolfgang und das gemeinschaftliche Daumendrücken im Spiel gegen Uwe gaben den Rest. Wegen des gegenüber Uwe besseren Satzverhältnisses und des gewonnen direkten Vergleichs konnte ich mir auch die (schmerzliche) Niederlage gegen Stephan leisten.

 

Sportlich war es wieder ein toller Auftakt ins Neue Jahr. Sowohl oben als auch unten und in der Mitte kann jeder jeden schlagen und es geht es knapp zu. Auch menschlich ist es eine große Herausforderung – schließlich muss man ja beim Fußball wieder miteinander spielen.

Und für Planung, Organisation und Durchführung wieder ein Riesendankeschön an Grimmi!!

 

Hans Sch.

22.12.14

SCHÖNE FEIERTAGE!

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13.12.14

Ü50-1: Überwintern im Pokal


Das letzte Spiel des Jahres, Pokalspiel, dritte Runde, gegen die zweite von Internationale. Vor vier Wochen hatten wir sie auswärts nach großem Kampf 3:1 geschlagen.

Uwe ergriff in der Kabine das Wort: „Männer, Grimmi lässt ausrichten, dass wir im Pokal überwintern wollen!“ Klare Ansage. „Dann hätte er das Spiel verlegen müssen!“ meinte jemand. „Nein“ sagte Uwe, „wir sollen das Spiel gewinnen!“

Aber wo ist Grimmi eigentlich? Uwe weiß es auch nicht. „Er sagte etwas von Weihnachtsfeier und Boskop, glaube ich. Aber ich habe ihn nicht genau verstanden. Ich kann kein Plattdeutsch.“ Heute Weihnachtsfeier? Fragen wir uns. Die Ü50-1-Weihnachtsfeier war gestern, in der Schule machen sie keine Weihnachtsfeier. Im Golfklub hat er auch keine Weihnachtsfeier, weil er ja mit der Tschibo-Golfcard spielt. Familie? – nein die feiert ja am 24. Große Ratlosigkeit – doch dann die Erleuchtung Nicht „Boskop“ sondern „Bokob“!! Es ist die Weihnachtsfeier des Boßelklubs der Ostfriesen in Berlin. Und die zieht Grimmi dem wichtigen Pokalspiel vor??

„Egal!“ beendet Uwe die Debatte. „Damit ist der erste Schritt zum Sieg getan“.

Ein Blick auf das Spielformular zeigt bei Inter wieder eine starke Besetzung. Das wird schwer werden. Sicher wollen sie sich für die schmachvolle Niederlage revanchieren. Wir sind gewarnt  und wollen diesmal unbedingt ihr Kombinationsspiel in unserem Strafraum unterbinden, mit dem sie das letzte Spiel in der ersten Viertelstunde hätten entscheiden müssen.

Aber wir hoffen auch, dass sie offensiv spielen und uns viel Platz zum Kontern lassen. Und sie beginnen wieder mit Vollgas. In der ersten Minute kann der 14er (zum ersten und einzigen Mal) Schreibi vernaschen und er läuft allein auf mich zu. Es ist für den Torwart ein schönes Gefühl, wenn man genau weiß, dass man einen Ball halten wird. (Umso schöner ist es natürlich, wenn man ihn dann tatsächlich hält.) Ich laufe ihm entgegen und biete ihm die lange Ecke an. Ich kann ihm die Unsicherheit ansehen, als ich Korridor etwas zumache. Wieder nicht getroffen! Für ihn war das Spiel gelaufen, der Rest war vergebliches Bemühen und ständiges Lamentieren.

Im Gegenzug hatten wir vorn den erhofften Platz. Karsten konnte aus 20 Metern von Links die Kugel unbedrängt Richtung langes Eck schlagen. Fraglich, ob der Torwart den Ball hätte halten können. Aber müßig, denn Stephan kam von rechts herangerauscht und stand in der Luft wie Ibrahimovic. Der Keeper war konsterniert. Wenn er versucht, Karstens Schuss aus dem Winkel zu fischen, dann kann Stephan ins kurze Eck einnicken. Also kann er nur stehen bleiben und hoffen, dass ihn Stephan anköpft. Aber Stephan streichelt den Ball mit dem Kopf ins lange Eck. 1:0.

Und Inter? Stürmt weiter auf unser Tor. Aber wie verabredet lassen wir ihnen keinen Raum für ihre gefährlichen Kombinationen. Trotz zahlreicher Angriffe und hohen Tempos kaum gefährliche Torschüsse. Eine Super-Abwehrleistung.

In der zweiten Halbzeit legt Inter noch eine Schippe drauf. Sie hadern aber nicht mit sich, sondern mit uns und dem Schiedsrichter. Einen von ihnen sollen wir sogar geschubst haben!

Eigentlich könnte das Spiel noch lange so weiterlaufen. Aber Schreibi ist ganz in seinem Element und droht, etwas zu übersteuern. Nach einer unübersichtlichen Situation setzt er mir den Ball an den Pfosten. Kurz danach springt dem 14er der Ball vor die Füße und er wähnt sich wieder allein vor mir. Schreibi tackelt von hinten, er kommt zu Fall. Die lauten Rufe nach einem Strafstoß bleiben auch diesmal ungehört. Wir nutzen die Aufregung zu einem Konter über rechts. Den ersten Versuch kann ein Verteidiger noch abwehren. Der Ball kommt zu Schreibi, Schreibi schlägt ihn nach vorn – später wird er behaupten, Stephan gesehen zu haben – Stephan steht allein vor dem Tor, kann den Ball annehmen, sich drehen und schiebt überlegt zum 2:0 ins lange Eck.

Den Rest kann man sich denken: Noch wütendere Angriffe, noch mehr Gezeter, aber nur noch ein gefährlicher Torschuss. Und in der Schlussminute bekommt Uwe noch in der eigenen Hälfte den Ball, lässt einen Inter-Spieler stehen und hat allen Platz der Welt vor sich. Etwas überrascht spürt er in der Mitte der gegnerischen Hälfte den Atem eines zurückeilenden Internationalen im Nacken, zieht etwas weiter nach links heraus, um dann genüsslich mit Links ins lange Eck zum 3:0-Endstand einzulochen.

(Endlich) wieder ein großer Sieg. Eine starke Mannschaftsleistung. Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Besonders auch Lutz, der mit zunehmender Spieldauer hinten die Fäden in die Hand nahm und gezeigt hat, wie wertvoll er auch sportlich für die Mannschaft ist.

Zufrieden verabschieden sich in die kurze Winterpause:

Klaus, Sempi, Schreibi, Esti, Lutz, Uwe, Stephan, Karsten, Frank und

Hans Sch.

7.12.14

Ü50-2: Der Himmel über Berolina


Wir ließen uns nichts anmerken. Ich ließ mir nicht anmerken.

Wir eine Schafherde, in deren Weide ein Wolf eingedrungen war, drückte sich die Mannschaft in die entferntesten Ecken der Kabine.

Sie saß gleich neben der Tür, amüsierte freundlich über unsere müden und seltsam zahmen Witze (die zivilisatorische Wirkung der Frauen ist doch gar nicht zu überschätzen) und bewunderte Uwes langen Superman-Unterhosen (Lidl 2007).

Keiner fragte woher sie kam.

Die rhetorische Raffinesse der prägnanten Ansprache von Manni litt ein wenig unter dem ständigen Rein und Raus der Mannschaft, einer kam gar erst gegen Ende (das kostete ihn den Platz in der starting seven), einer kam gar nicht, was dieselbe Ordnungsstrafe zur Folge hatte. So waren wir also zu neunt. Und sie.

Auf dem Platz alte Bekannte, auch Berolina hatte sich ein wenig bei der ersten Mannschaft bedient.

Trotzdem starteten wir - gestärkt durch unsere letzten Erfolge - konzentriert und selbstbewusst in die Partie, standen kompakt im Mittelfeld, die Abwehr hatte die starken gegnerischen Stürmer im Griff und ab und an ließen unsere Gegenangriffe eigene Gefährlichkeit aufblitzen.

Nach einer ziemlich harmlosen ersten Ecke von Berolina dann ein schmerzhafter Rückfall in alte Zeiten: Fußball.de registriert das 1:0 für Berolina, Torschütze Ralf Peter Richter.

Man kann es so sehen, man kann auch fragen, warum unser Verteidiger genau da steht, wo Pete den Ball halbherzig hinschlägt, man kann sich diese Überlegungen auch gleich ganz schenken, weil sie eh nichts mehr ändern.

Uwe jedenfalls grummelt am Anstoßkreis Schwaden negativer Energien auf den Ball nieder, der kann aber nun gar nichts dafür.

Ganz sanft beginnt es zu schneien, 6,7 vielleicht 9 Schneeflocken. Ich glaube neun.

Was jetzt beginnt ist ohne den Engel nicht zu begreifen.

Wie jeder von uns seine volle Leistungsfähigkeit erreicht, wie viele Dinge gelingen, von denen wir sonst nur träumen, wie wir gegenhalten und nicht einbrechen: Hat man jemals ein so beherztes Solo von Karsten über Linksaußen gesehen, abgeschlossen mit einem Außenristpass aus vollem Lauf, den Uwe in der Mitte mit dem rechten (!) Fuß sicher verwandelt? Wann kombinierten wir uns das letzte Mal so traumwandlerisch bis in die Spitze, von Manni vollendet, der mit enorm viel Gefühl eine butterweiche Flanke über den letzten Verteidiger hinweg auf meinen Kopf segeln lässt?

Und nie sah jemand eine perfektere hyperbolische Kopfballkurve - die Zeit steht still: 2:1 für uns.

Dass der enorm starke Fünfer von Berolina nach starker Einzelleistung ausgleicht, schmeißt uns heute nicht um. Noch vor der Pause schlägt unser Erfolgskapitän Hartmut nach Freistoß-Vorlage von Manni mit Bierruhe, feiner Technik und gut sitzenden Stutzen zum 3:2 zurück.

Ich weiß noch, dass der Engel sich in der Pause mit uns die Treppe zur Kabine hinauf drängelt, dann verliere ich ihn aus den Augen. Wir schwören uns ein auf die 2. Halbzeit, in der  Kampf und Konzentration 30 Minuten von uns durchgehalten werden.

Manni vernichtet dann aus unmöglichem Winkel …

(jetzt aber Exkurs!: „…dann fand Emmerich das zerrissene Zündkabel und flickte es mit einem Schuss, wie ihn das Stadion von Birmingham noch nicht gesehen hatte. Nach einem Einwurf von Held knallte er aus ganz spitzem Winkel den Ball mit dem linken Fuß in die rechte obere Ecke des spanischen Tores, so dass der ausgezeichnete spanische Torwart den Ball nicht einmal kommen sah.“ Wilhelm Fischer Fußball WM 1966, W. Fischer Verlag, Göttingen 1966)

… mit seinem 4:2 allerletzte Hoffnungen von Berolina - na ja nicht gerade geknallt und nicht rechts oben und der Torhüter war auch nicht soo stark - aber sonst so ungefähr - und die letzten „zwei  Menuttä-än!“ unseres türkischen Schiedsrichterfreundes sind dann auch schnell vorüber.

Manni bestellt 10 (!) Siegerbier in die Kabine, aber eins bleibt übrig.

Die restlichen leeren Pete, Dicki, Karsten Meyer, Ändy Heling, Olaf, Manni, der Captain, Uwe und

Stephan B.

Was sonst noch geschah: Uwe gibt am Kiosk eine „Bockwurst an Bioweizentoast“ aus , wir trinken noch mehr Bier und ich hab schon mal das Spiel der 1. am Freitag freigegeben, die Aufstellung war aber noch gar nicht bearbeitet und jetzt müssen Esti und Schreibi spielen, die sind aber gar nicht da und Hans und Bernd dürfen nicht mitmachen, die könnten aber.

Die Mannschaft wird mich schlachten, egal, ich fahr mit Manni durch die Nacht, schlafen kann ich eh nicht, ich denk an den dunkel leuchtenden Himmel über Stralau.

6.12.14

Ü50-1 Gegen Teutonia 0:1


Bei einem Sieg wären wir als Zweiter in die Winterpause gegangen. Nach der 0:1-Niederlage überwintern wir als Siebter. Schade. Der Verbandsligaabsteiger Teutonia spielte aus einer verstärkten Abwehr, die wir im gesamten Spiel nicht knacken konnten. Egal, ob Kommen-Lassen oder Pressing, trotz deutlich höherer Spielanteile verreckten die meisten unserer Angriffe im Nirgendwo. Und die Super-Kopfbälle von Grimmi und Stephan konnte der starke Teutonen-Keeper abwehren. Kein Wunder, dass Teutonia die wenigsten Gegentore der Staffel hinnehmen musste. Die Teutonenangriffe waren ein Muster an Minimalismus: Weite Abschläage auf die starken Stürmer. Aber unsere Verteidiger leisteten Schwerstarbeit und die wenigen gefährlichen Torschüsse konnte ich parieren. 0:0? Leider noch nicht mal das war uns vergönnt. Mitte der zweiten Halbzeit - Uwe erläuft sich hinten rechts einen Ball, ein Teutone läuft ihn an, Uwe spielt zu mir zurück. Eigentlich eine sichere Nummer. Aber der Teutone sprintet in einer merkwürdigen Hundekurve auf mich zu, die mir den geplanten Rückpass auf Uwe versperrt. Also Ball annehmen und über rechts spielen. Aber Stockfehler bei der Ballannahme, der Teutone hatte den Braten gerochen, ist zur Stelle und spitzelt den Ball auf den 10er. Der kann von der Strafraumgrenze einlochen. Peinlich, peinlich.
Auch unser anschließendes 15-minütiges Anrennen bleibt ohne Erfolg.
Grimmis Geburtstagslage ist daher allenfalls der erste Schritt, um dieses enttäuschende Spiel zu vergessen.
Unser Team: Andi Hä., Sempi, Nischi, Lutz, Grimmi, Stephan, Uwe, Karsten, Frank und
der bedröppelte Hans