2.3.15

Ein kalter Abend im Prenzlauer Berg

Ein kalter Abend im Prenzlauer Berg, an der Tür zur Kneipe „Zu Papa Heinz“ hängt das Schild „Heute geschlossene Gesellschaft!“. An diesem Abend ist das Vereinsheim von Rotation für einen besonderen Anlass reserviert. Das ehrwürdige Vereinsgericht tagt. Willi, der Wirt, hat einen provisorischen Gerichtssaal aufgebaut, am Kopfende steht quer ein Tisch. Hier sitzen die Richter. Links und rechts an der Wand stehen lange Tische. Der Raum ist rauchgeschwängert, alle Zuschauerplätze sind gefüllt, ausnahmslos mit Vereinsmitgliedern. Willi zapft ein Bier nach dem anderen. Rechts hocken sieben Männer im fortgeschrittenen Alter, ihre Mienen sind teilweise betreten, teilweise aber auch angriffslustig. Das sind die Angeklagten. Jeder kann trinken, was er will, außer den Angeklagten. Die beiden Hauptangeklagten müssen Zitronensaft trinken, der Rest erhält Leitungswasser.
Hinter der Theke durchschnitt Willi das Stimmengewirr. „Bitte erheben Sie sich. Das Gericht.“ Gelächter antwortete ihm. Trotzdem standen alle mehr oder weniger schnell auf. Drei Männer schritten aus einem Nebenraum zum Richtertisch. Um ihren Hals lag der Vereinsschal, auf dem Kopf trugen sie schwarze, eimergroße Zylinder. Das sollte die Würde des Gerichts dokumentieren.
Nur Olaf Bodenkind, ein Mann in grauem Jackett, war sitzengeblieben. „Erheben Sie sich“, donnerte der Vorsitzende Richter durch den Saal.
„Du weißt doch, dass ich Rhema habe, Mensch“, entgegnete Bodenkind empört.
„Das ist kein Grund. Ich verhänge hiermit eine Ordnungsstrafe. Der Mann erhält bei der nächsten Bestellung nur ein Mineralwasser.“
Bodenkind erhob sich schwerfällig und schob sich fluchend zum Ausgang.
Der Vorsitzende Richter fixierte kurz die Zuhörer und wandte sich dann nach rechts. „Herr Staatsanwalt, verlesen Sie die Anklageschrift. Komm, Schorsch, leg los.“
Staatsanwalt Georg Bauermann räusperte sich und verkündete dann gewichtig: „Die Angeklagten Peter, Julius, Erwin, Thomas, Rüdiger….
„Ich heiße Thomas Hermann Alexander, da leg ich Wert drauf“, unterbrach einer der Angeklagten beleidigt.
„Gut, dann halt Thomas Hermann Alexander, Rüdiger, Anton wird vereinsschädigendes Verhalten in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Sie haben nicht verhindert, dass die Ü 50 des Berliner SC  zwei Tore geschossen hat, obwohl es für Rotation die klare Vorgabe von null Gegentoren gab. Wir sind Tabellenführer und müssen den Zweiten auf Abstand halten. Gut möglich, dass es am Ende aufs Torverhältnis ankommt. Alle sieben Angeklagten standen zum Zeitpunkt der Gegentore auf dem Feld.“
Der Vorsitzende Richter blickte nach links. „Herr Verteidiger, Sie haben das Wort.“
Verteidiger Jürgen Hoffmann erhob sich. „Herr Vorsitzender, ich protestiere. Ich werde hier nur als Pflichtverteidiger bezahlt und bekomme deshalb nur meine ersten beiden Getränke umsonst. Ich bin aber Wahlverteidiger. Und ich habe Durst.“
Der Vorsitzende Richter winkte ab. „Mach mal halb lang, Jockel, Du bist nur deshalb Verteidiger, weil Deine Tochter Jura studiert. Mit zwei Freibier kommst du gut weg.“
Hoffmann lehnte sich zurück und verschränkte beleidigt die Arme. Er schwieg.
Der Vorsitzende Richter starrte ihn an. „Das Gericht wertet die Aussage als Plädoyer für die Unschuld der Angeklagten. Wir treten in die Beweisaufnahme ein. Bitte, Herr Staatsanwalt, ihr erster Zeuge.
„Ich rufe den Zeugen Elmar Kneist.“
Ein Mann mit schütterer Frisur und Designer-Brille trat nach vorne.
Der Vorsitzende Richter beäugte ihn prüfend.
„Fürs Protokoll. Wie heißen Sie?“
„Wladimir Putin, Du Esel. Was soll denn der Scheiß.“
Der Vorsitzende blickte zu einem Mann, der am Richtertisch Notizen machte. „Fürs Protokoll, wir hören ohne Formalien die Aussage. Herr Zeuge, was haben Sie am fraglichen Freitagabend gesehen?“
„Ich bin draußen gestanden, konnte ja nicht spielen, weil ich verletzt bin. Weißt ja. Also, in der vierten Minute dachte ich, mich trifft der Schlag. Kann auch die fünfte gewesen sein. Also, da gab es Eckball für den Berliner SC, so von der rechten Seite. Den hat einer getreten, den kenne ich nicht. Und dann segelt der Ball wirklich super in den Strafraum, da steht dann einer vom BSC, Schäfer heißt der, Hartmut Schäfer, habe mir den Namen von Schiedsrichter geben lassen. Der musste nur noch einen Schritt zurückgehen und konnte dann ungehindert ins rechte Eck einköpfen. Ungehindert, sag ich. Das war wie aus dem Lehrbuch. Da stand es 1:0 für den Berliner SC. Die lagen vorne, die BSC-Leute, das muss man sich mal vorstellen.“
Ein Raunen ging durch den Saal. Das war erkennbar eine Neuigkeit für viele Mitglieder. Die meisten kannten nur das Endergebnis. Drei der Angeklagten erbleichten. Auch der Vorsitzende atmete durch.
„Sind die Schuldigen an diesem Gegentor im Raum?“
Kneist stapfte zur Anklagebank und deutete auf Peter, Erwin und Thomas Hermann Alexander. „Verräter“, zischte Erwin zurück.
„In welcher Weise haben sie sich schuldig gemacht?“, fragte der Vorsitzende.
„Na, der Erwin war Torwart, der hätte den Ball abfangen müssen. Der Thomas stand …"
"… Thomas Hermann Alexander, Du Hornochse. Ich heiße Thomas Hermann Alexander. Na warte, wenn Du mal wieder kein Geld für ein Bier hast. Kannste lange warten, dass ich Dir was leihe.“
„Ruhe“, donnerte der Vorsitzende. „Das ist Zeugenbeeinflussung. Ich verhänge eine Ordnungsstrafe. Dem Angeklagten Thomas Hermann Alexander wird für die Dauer der Verhandlung das Wasser gestrichen. Wachtmeister, walten Sie ihres Amtes.“ Willi, der Wirt, schlurfte zur Anklagebank.
„Gut, Herr Zeuge, und weiter.“
„Na, und der Thomas Hermann Alexander“ – Kneist spuckte die Namen aus als spräche er von einer tödlichen Krankheit – war der Gegenspieler vom Schäfer. Der hätte ran müssen. Und der Peter ist der größte von uns. Der hätte den Ball weg köpfen können.“
Der Vorsitzende Richter wandte sich an den Verteidiger. „Ihre Fragen an den Zeugen.“
Verteidiger Hoffmann erhob sich und stemmte die Fäuste auf den Tisch. „Von wegen verletzt. Hör doch aus mit dem Käse, Elmar. Du hast doch abgesagt, weil Du am Abend vorher mit mir bis um zwei gesoffen hast. Und am Freitag hast Du angerufen und gesagt: Du kannst nicht spielen. Außerdem bist du kurzsichtig.“
Aus dem Hintergrund ertönte eine empörte Frauenstimme. „Und mir hat er gesagt, er hätte Überstunden machen müssen.“
Hoffmann fixiert den Zeugen, der erheblich an Körperspannung verloren hatte. „Ich bezweifle die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen. Ich behaupte, er sagt die Unwahrheit. Er konnte gar nicht erkennen, wer im Strafraum gestanden hatte.“
Der Vorsitzende Richter blickte streng. „Der Einwand hat Substanz, Elmar. Ich habe ja mitgesoffen.“
Hoffmann nickte zufrieden.
Der Vorsitzende wandte sich an den Staatsanwalt, der an Gesichtsfarbe verloren hatte. „Ihre weiteren Zeugen.“
Drei Männer traten auf, sie bestätigten die Version des Zeugen Kneist.
Der Staatsanwalt erhob sich. „Und kommen wir zum nächsten Gegentor. Da waren alle Angeklagten beteiligt. Ich rufe den Zeugen Walter Maiwald.“
Ein drahtiger Mann mit Schnauzbart trat vor.
„Mein Name ist Walter Maiwald, ich bin 52 Jahre alt, ich bin mit den hier angeklagten Personen weder verwandt noch verschwägert, möchte aber aus Gründen der Ehrlichkeit mitteilen, dass ich einem der Angeklagten mal mein Trikot ausgeliehen habe. Ein Abhängigkeitsverhältnis ist dadurch aber meines Erachtens nicht entstanden.“
Der Vorsitzende Richter hatte sich die Hände an die Ohren gehalten und blickte ihn verärgert an. „Mensch Walter, was redest Du denn für einen Stuss. Interessiert doch keinen. Komm zur Sache.“
„Lass mich doch, ich war noch nie Zeuge vor Gericht. Ist doch eine spannende Sache. Hab‘ mich extra vorbereitet. Wo kann ich eigentlich das Zeugengeld abholen?“
Der Staatsanwalt rieb sich genervt die Stirn. „Also Herr Zeuge, was haben Sie gesehen?“
„Das zweite Tor fiel wieder nach einem Eckball. Ich stand draußen, ich konnte das gut sehen. Einer vom BSC, Krappweis, Stefan Krappweis, heißt der, der hat den Ball sofort angenommen. Der Ball kam flach zu ihm, der nimmt den Ball an, dreht sich und peng. Schuss, Tor, aus die Maus. Da haben alle sieben auf dem Feld gepennt.“
„Herr Verteidiger, Ihre Fragen.“
„Ich habe gerade mein Mandat niedergelegt. Aus Empörung. Ich habe mein drittes Bier bestellt, und Willi sagt, dass ich es bezahlen muss. Das mache ich nicht mit. So, jetzt könnt ihr schauen, wo ihr bleibt.“
Nach einer kurzen Beratung beschloss die Kammer, dass eine Verteidigung nicht mehr nötig sei. Die Beweislast sei ohnehin erdrückend.
„Herr Staatsanwalt, ihr Plädoyer.“
„Hohes Gericht, die Schuld der Angeklagten ist erwiesen, der Schaden, den sie der Ü 50 zugefügt haben, ist enorm. Ich fordere für die drei Hauptangeklagten Peter, Erwin und Thomas Hermann Alexander je drei Wochen Küchendienst bei Willi. Sie sollen Kartoffeln schälen, Geschirrr spülen, Teller einräumen. Außerdem eine viermonatige Spielsperre. Für die übrigen Angeklagten je zwei Wochen Küchendienst, außerdem soll jeder am nächsten Sonntag in den Frühgottesdienst. Ein Monat Spielsperre genügt in diesen Fällen.“
Herr Verteidiger, Ihr Plädoyer.“
Hoffmann schwieg. Der Staatsanwalt erhob sich. „Mensch, Jürgen, stell Dich nicht so blöd an. Sag halt was. WILLIIIIII!, bring dem mal ein Bier, geht auf meine Rechnung.“
Hoffmann nickte zufrieden. „Geht doch. Also, ich möchte das Gericht daran erinnern, dass wir 8:2 gewonnen haben. Ich plädiere deshalb auf zwei Wochen Küchendienst für die Hauptangeklagten, und eine Woche Küchendienst für die anderen Angeklagten. Keine Spielsperre.“
Das Gericht zog sich zurück. Nach zehn Minuten tauchten die Richter wieder auf, und der Vorsitzende verkündete: Im Namen des Vereins ergeht folgendes Urteil: Die Angeklagten Peter, Erwin und Thomas Hermann Alexander erhalten wegen vereinsschädigendem Verhalten in einem besonders schweren Fall vier Monate Spielsperre. Außerdem müssen sie vier Wochen lang Willis Keller aufräumen und den Mitgliedern des Gerichts jeden Abend je ein Bier zapfen. Das Bier geht natürlich auf ihre Kosten. Die übrigen Angeklagten erhalten je einen Monat Spielsperre und müssen den Torschützen des BSC, Hartmut Schäfer und Stefan Krappweis, innerhalb von sieben Tagen schriftlich mitteilen, dass sie ihnen bei deren nächsten beiden Saisonspielen die Taschen in die Kabine tragen. Die Verhandlung ist geschlossen.“


Für Frank

1.3.15

Wartäberg Zwoi gegä dr BSC Ü-Fuffzich Ois

Bild von dr Glaus (vor seine deiflische Rügaschmerzä)

Weil koi anderer Schrifglährter derbei war, verzählt halt dr Glaus ebbes von dem Schbiel:

 No gfahra senn mer mit dem schickä Audo vom Eschdi und weil der so an guata Navvi hot, hen mer au des exotische Schportplätzle am Rande der Schtadt (oder wia mer bei ons sagt: außer Etters) gfondä.

Weil einige von ons Blessurä hen (mir hot dr Rückä au arg weh do) hot dr Karschten  sein großä Bruader Jörg mitbrocht  ond der hot em Dor subber gschbielt und eiwandfrei ghaltä.

Ond au dr Hecki hot dr Bernd agdivierd, der vorm Schbiel Gschichtä von seiner Rückägruppe mit de 60-jährige Frauä verzählt hot.

Ogfangä hot des Schbiel zemlich mäßig ond mir schpekulierdt, dass bei de Wartäbärger au a baar von dr erschtä Mannschaft mitgschbield henn. Weil die Mannschaftsaufschdellung aber net em Schbielbericht em Inderned dren isch, han i des jetzt gar ned rescherschierä kennä.

Deswägä hättet mir nadierlich net so viele Fehlpäss machä müssä, aber des war vielleicht au a mendales Broblem.

 ( I woiss jetzt gar ed, worom mei Rechtschreibprogramm älles rot onderschdreichd, ko des koi schwäbisch?)

En dr Deffensive waret mir uff jeden Fall zemlich guat und do isch dr Maschterplan vom Koutsch au einwandfrei aufgangä. Dass dr Scheibi oin omhuft, des ko jo scho ammol bassierä und wenns no, wie en dem Fall em Schtrofraum isch, no gibt’s halt en Elfmeder (do hot dr Schiri sogar amol d Hand aus dr Hosädasch nemme missa, weil er jo pfeiffa missä hot, vorher hot er bloss dr Frang net mitschpiela lassä,weil der a lange Hos oghet hot on mr seine Schtutza net sähä kennä hot).

Den Elmeder henn die Dackel an de Pfoschtä knalld ond dr Jörg hot sich wahrscheinlich dengd: Ätschegäbele, so mached ir mir mei Schdadischdig ( en dr Säson no koi Gegädor en dr Ü-Fuffzich kassiert) et kabudd.

En dr Halbzeid hen mer au nix bessers zom Beschbrechä ghet als dass diä doch beschdimmd a Baar von der Erschdä derbei henn ond dass mer bis jedzd ganz zfriedä sei kennet ond mer so weidermached.

Jetzd henn die Granadädaggel aber den Sembbi omghauä ond rod amol wo: em Schtrofraum ond der Schiri htr scho wiedr sei Daschäbilliard (beim Schtand von 3:2 fürs lenge Oi) onderbrechä missä. Ond der Karschten hot sich ed so bled ogschtellt wia der Wardäbärger ond hod den Ball ganz humorlos versengt.

Ond dr Frang (der hod jedzd doch mitschbielä dürfa, aber vom Schiri glei amol d gälba Kart griegt, weil er scho auf em Blatz war, bevor der Auswäxler den verlassä hot) hot no auf seine unnachamliche (ond manchmal au hefdig gridisierde Ard) seine Gegner verarscht ond sauber abgschlossä.  Jedzd hen mer also 2:0 gfüart ond obwohl die Wartäbärger no mol gräftig Druck gmacht henn ( mit denne Kerlä aus dr Erschtä), hen mir ons die Budder nemme vom Brot nemmä lassä, was ein Verdienscht onserer guada Laufleischtung und de guade Reaktionä vom Jörg inklusive dessen bravuröser immer wieder gezeigder  Fauschtabwehr war.

No henmer en denne scheene Duschä, wiä se em Oschdä üblich send, dr Schwoiß abgwäschä ond dr Schreibi hod no a baar Gläslä Gerschtäkaltschale schbendiert. Dr Glaus hot no no a baar mol drauf hingwiesä, dass mer jetzt die beschde Abwehr en dr Liga hän (zammä mit de Rudower) aber dr Sylaff Uwe den erschdä  Blatz en dr Dorjägerlischde jedzt mit dem Albrecht von Blau Weiß  doile muss, ond dass des den beschdimmd saumäßig ärgerd, wenn der sei Combiuderle em Gschäft oschmeisst)

No war der Obend au wieder glaufä ond i han meiner Frau dohoim verzählt, dass des gar koi Geld koschtet hot ond i sogar omsonscht duscht han. No war die au zfriedä und noch meim kaputtä Greiz hot se gar et gfrogt.


Mit auf emBlatz waret: dr Jörg, dr Schreibi,  dr Eschdi, dr Sembbi, dr Bernd, dr Hecki, dr Karschten ond dr Frang ( nochdem er sei Zigarettle graucht hot ond sei langä Hos auszogä hot)

26.2.15

Ü60 holt auswärts vier Punkte

Zunächst war die 2. in Rehberge dran.
Ebi hielt Klasse im Tor, die Ein-Mann-Abwehr (Arne) stand prächtig, Axel gab den Sechser und Ballverteiler, Roland Bö. und Micha Schm. lieferten tolle Vorstöße auf der Außenbahn. Und Roland war es auch, der per Kopf (!) das 1:0 erzielte.
Einziges Manko: Hannes und Karl wuselten im Sturmzentrum herum, vergaben aber Chancen.
Mit einem ihrer seltenen Vorstöße schoss Rehberge den Ausgleich.
Doch bei uns stimmte die Moral – Hannes nimmt den Ball mit dem Rücken zum Tor an, dreht sich in Gerd-Müller-Manier und locht zum verdienten Siegtreffer ein.

Einen Tag später tritt die 1. bei Traber Mariendorf an. Diese sind in Bestbesetzung, alle in Topform und hochmotiviert gegen uns. In den ersten Minuten können wir ihre blitzgefährlichen Schnellangriffe nur mit höchster Not abwehren. Dann läuft es besser, und wir kommen ebenfalls zu Chancen. Aber, wie schon bei der 2., werden sie unzureichend vergeben. Ein Tor von Jörg wird nicht gegeben, er soll den Torwart behindert haben.
Dann gelingt nach der Pause doch unser 1:0 nach Freistoß und Gewühl im Strafraum. Doch die Freude hält nicht lange. Zwei Minuten später fällt der Ausgleich. Beide Seiten haben noch ein paar gute Chancen, aber es bleibt beim leistungsgerechten Unentschieden.

21.2.15

Premiere und Geburtstagsgeschenk



Berrie war einer der ersten Gratulanten
Zwei Geburtstagskinder liefen auf – herzliche Glückwünsche nachträglich an Peter S. und Ändy, letzterer damit seit einem Tag spielberechtigt in der Ü60.
Die 2. hatte es mit dem FC Nordost Berlin II zu tun. Ein unangenehmer Gegner, hatten sie uns doch in der ersten Pokalrunde – ach lassen wir das…
Diesmal waren sie zudem mit vier Spielern aus der Ersten (Verbandsliga!) angereist, was insbesondere die Abwehr zum Bollwerk machte.
Aber in der 3. Minute waren sie noch nicht so präsent: Berrie spielt einen finalen Pass auf Karl, und der überrascht den Keeper mit nicht allzu scharfem Schuss zum 1:0. Karls erstes Pflichtspieltor, Glückwunsch!
In den nächsten 54 Minuten immer das gleiche Bild: Wir versuchen nach vorn zu kommen, Nordost verteidigt massiv. Unsere Abwehr steht jedoch wie eine Eins, Ändy und Co lassen nichts anbrennen.
Bis zur 58. Minute: Plötzlich tauchen vier Gegner in unserer Hälfte auf, ihnen stehen nur drei BSC-Verteidiger gegenüber. Als der Mittelstürmer frei angespielt wird, versucht Ebi noch ihn am Schuss zu hindern, trifft aber nur seinen Standfuß. Der Schiri pfeift, allen BSC-Spielern und Fans rutscht das Herz in die Hose. Der Schiri begutachtet den Tatort, und nach ewigen 20 Sekunden entscheidet er, dass das Foul auf der Strafraumlinie stattfand. Den Freistoß verdaddeln die Marzahner in üblicher Ü60-Manier – das kennen wir, das machen wir auch immer so!
Dann sind die drei Punkte im Sack, wir sind Vierter und schnuppern am einen Punkt entfernten 3. Platz. Im Casino feiert Peter nach, die Geburtstagslage von Ändy folgt bei nächster Gelegenheit.

19.2.15

Ü50-1 schlägt NSF II mit 3:0

Hoch motiviert und voll konzentriert traten wir bei der Zweiten Mannschaft vom zweifachen Deutschen Ü50-Meister an. „Aus einer sicheren Abwehr gefährliche Koster spielen“ war das Sieg-Motto von Grimmi.
Die Neuköllner Sportfreunde machten von Anfang an das Spiel. Aber unsere Abwehr stand, und trotz Bedrängnis brachten wir ein gut kontrolliertes Aufbauspiel zu Stande. Unsere Konter waren gefährlich und wurde wie von Grimmi gefordert immer nur von zwei oder drei Spielern vorgetragen, während der Rest der Mannschaft nach hinten absicherte. Das klappte super gut, und auch wenn unsere Verteidiger sich zur Überraschung der Neuköllner in die Angriffe einschalteten, sicherten die anderen Offensivkräfte hinten richtig gut ab.
Die erste gute Chance hatte aber NSF, als ein Stürmer eine scharfe Hereingabe aus der Drehung direkt ins lange Eck zirkeln will. Aber ich kann den Ball noch um den Pfosten lenken. Und ansonsten stehen Sempi, Schreibi, Esti und Grimmi den Neuköllnern so auf den Füßen, dass sie keine weiteren gefährlichen Torschüsse abgeben können. Ein paar Mal gelingt ihnen zwar ein Steilpass in unseren Strafraum, aber zum Glück bin ich dann einen Schritt eher am Ball.
Da NSF sehr hoch steht, sind unsere Konter natürlich gefährlicher. Egal ob Frank, Stephan, Grimmi, Stephan K. oder Uwe: wenn wir in die gegnerische Hälfte ziehen, wird es gefährlich. Und in der Mitte der ersten Halbzeit schickt Grimmi Uwe an der Mittellinie nach vorn. Uwe wollte sich eigentlich für das Trainingslager in Gran Canaria schonen, aber gegen NSF hat er seinen inneren Schweinehund dann doch deutlich bezwungen: Die Neuköllner können ihm nur hinterherlaufen und seinen Schuss von der Strafraumgrenze nur notdürftig abwehren. Und der energisch mit nach vorn gestürmte Schreibi verwandelt den Abpraller sicher zum 0:1 ins lange Eck!
Neukölln wird offensiver, aber ohne mehr Wirkung zu erzielen, und fünf Minuten vor der Pause ist es Esti, der den zweiten Schlag einleitet. Ein energischer Antritt über die rechte Seite, der Blick und das Ohr für den mitgelaufenen der-wo-einen-Lauf-hat-Karsten, der es sich nehmen lässt, den Ball zum 0:2 einzulochen.
In der Pause die übliche Ansprache über die Notwendigkeit, dem erwarteten erhöhten Offensivdruck durch besonders konzentriertes Abwehrverhalten zu begegnen. Mit dem üblichen Effekt: Wir geraten gehörig ins Schwimmen und zweimal kann ich den Ball nur sehr knapp von der Linie kratzen.
Die Neuköllner greifen immer wütender an. Wir stabilisieren uns wieder. Bei NSF macht sich langsam Frust breit. Der Keeper von NSF rückt immer weiter nach vorn – aber ohne Wirkung. Mitte der zweiten Halbzeit versucht Grimmi noch erfolglos einen Lob ins leere Tor. Doch zehn Minuten vor Schluss kann Uwe (>>>Torjägerliste<<<) sich seinen Urlaub wirklich verdienen, indem er von der linken Außenlinie den Ball über den Torwart zum 0:3-Endstand versenken kann!
Nach Plünderung von Grimmi`s Kofferraum genießen wir in der Kabine das Siegerbier. Wir analysieren das Spiel, die Schwächen und Stärken der nicht anwesenden Mitspieler, bewundern Estis Abendgarderobe und geben Uwe wertvolle Tipps für seine Urlaubslektüre. Und dann fahren wir zufrieden nach Hause. Ein schöner Abend von und für
Sempi, Esti, Schreibi, Grimmi, Uwe, Stephan, Frank, Karsten, Stephan K. und
Hans Sch.

15.2.15

Ü60-1: unglücklich in Oberspree


Mit Aufstellungsproblemen sind wir nach Köpenick-Oberspree gereist – zu viele Verletzte und andere Absagen. Mit Jörg im Tor, Axel, Klaus und Arne in der Abwehr, Dicki und Blondie auf den Sechsern und Hannes als Alleinunterhalter sind wir dennoch auf unseren Lieblingsgegner der letzten Jahre gut eingestellt. Der SSV Köpenick-Oberspree ist eine Spitzenmannschaft in der Landesliga, vor ein paar Jahren spielten die Herren sogar in der Verbandsliga. Unvergessen unser 3:2-Auswärtssieg beim damaligen Spitzenreiter (vgl. http://bsc50.blogspot.de/2013/11/u60-im-steigflug.html), und das 0:0 vom Hinspiel, siehe http://bsc50.blogspot.de/2014/11/gute-besserung-effendi.html. Beide Mannschaften beginnen vorsichtig, der SSV hat etwas Übergewicht im Mittelfeld, aber wir setzen nicht ungefährliche Konter. Zur Halbzeit steht es 0:0, nach Chancen etwa 3 (80 %ige) zu 1 (50 %ig) für uns. Zweite Halbzeit das gleiche in Grün! Der SSV drückt, kommt aber nicht zu klaren Chancen, wir spielen seltene aber gefährliche Konter, leider fehlt das entscheidende Quentchen Glück. Und, in der 58. Minute, kommt auch noch Pech hinzu: Eine scharfe Hereingabe wird von drei BSCern erwartet, doch der SSV-Stürmer reagiert am schnellsten, und so gewinnen die Südostberliner nach Verwandlung ihrer einzigen richtigen Torchance mit 1 : 0. Schade, wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt.
Unterdessen hat sich unsere Ü60-2 bei der 0:2-Niederlage beim Spitzenreiter SC Siemensstadt achtbar aus der Affäre gezogen, und ist momentan auf den fünften Platz abgerutscht.

14.2.15

Ü50-1 gewinnt 5:1 gegen Stern Marienfelde

Der untere Tabellennachbar aus Marienfelde kam mit der Empfehlung von bereits 50 erzielten Toren und mit fünf Wechselspielern. Wir waren eher knapp besetzt und Uwe hatte uns vor dem Spiel fast ängstlich eingestellt: „Ich möchte bitte nicht verlieren!“.
Marienfelde begann furios. Immer in Bewegung wollten sie unsere Abwehr aufmischen. In der fünften Minute kann sich der agile 11er an der Torauslinie durchsetzen, aber nicht einlochen. Kurz darauf kann ich erneut mit dem Fuß klären und den Abpraller aufnehmen. Doch wohin mit dem Ball? Marienfelde stellt uns konsequent zu. Uwe steht zentral an der Strafraumgrenze, zwei Gegenspieler in seiner Nähe, aber etwas auf Abstand. Ein fragender Blick, ein zustimmendes Nicken, er nimmt mein etwas riskantes Abspiel an – und Einladungen zum Kontern nehmen wir bekanntlich ebenfalls gerne an. Uwe schlüpft zwischen den beiden anrückenden Marienfeldern durch, sprintet mit dem Ball in die gegnerische Hälfte und legt auf den mitgelaufenen Karsten ab. De lässt dem Torwart mit einem satten Schuss keine Chance und wir liegen etwas überraschend 1:0 vorn.
Marienfelde stürmt weiter, aber unsere Abwehr um Schreibi, Klaus und Sempi kann dem Druck standhalten, zumal sich auch die Offensivkräfte tatkräftig an der Abwehrarbeit beteiligen.
In der siebten Minute klaut Klaus dank konsequenten Einschreitens einem Marienfelder den Ball, stürmt nach vorn, legt ab auf Karsten, der wieder einen satten Schuss abzieht, allerdings nur den Pfosten trifft. Stephan kann den Abpraller aus 10 m aber sicher verwandeln. 2:0!
Marienfelde stürmt weiter. Wir verlieren in der Abwehr zeitweise etwas die Linie, zumal Andi Hä. verletzt ausgeschieden ist.
Wir können 2:0 in die Pause retten. Allerdings ist das Spiel noch lange nicht gewonnen. Wir schnaufen schon erheblich, während Marienfelde immer neue frische Kräfte einwechselt. „Keine Gegentore“ lautet die übliche Halbzeitdevise – leider mit dem üblichen Effekt:
Marienfelde will noch einen Zahn zulegen und geht etwas härter in die Zweikämpfe. Kurz nach der Pause wird Schreibi bei einem Konterversuch ziemlich grob vom Ball getrennt. Schreibi bleibt liegen, der Schiedsrichter lässt weiterspielen, Marienfelde lässt den Ball laufen und wir lassen den Rechtaußen mutterseelenallein am langen Pfosten. Fuß hingehalten, Anschlusstreffer zum 1:2.
Marienfelde stürmt weiter. Auch bei Klaus machen sich nun Verschleißerscheinungen bemerkbar. Wir kriegen den Ball nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Zweimal muss ich in höchster Not klären. Das Spiel droht zu kippen. Uwe fängt an zu grübeln. „Wie kann ich Grimmi nur die Niederlage erklären?“ Weil er keine Antwort findet, fasst er sich ein Herz: Wieder kommt er in der eigenen Hälfte in zentraler Position in Ballbesitz, sieht die Lücke zwischen zwei Gegenspielern und macht sich auf und davon. Stephan ist mit nach vorn gespurtet und bindet den einsamen Abwehrspieler. Von der Strafraumgrenze verwandelt Uwe mit einem strammen Schuss ins Eck. 3:1.
Marienfelde stürmt weiter. Karsten besinnt sich auf seine alten Liberozeiten. Damit haben wir vorn noch weniger Optionen, aber noch mehr Stabilität hinten. Vor meinem Tor ist so viel los, dass ich den Ball nur noch selten sehen kann. Aber unser Tor bleibt zu. Und als der riesige Mittelstürmer an der Strafraumgrenze den Ball schon an mir vorbeigelegt hat, ist es der heranstürmende Karsten, der ihn durch pure Präsenz zum Fehlschuss bringt.
Doch Uwe ist auf den Geschmack gekommen. Erneut ein schneller Konter. Wieder zieht Stephan die Abwehr aus dem Weg, 4:1 durch Uwe!
Marienfelde stürmt weiter. Aber wir haben nun keine Angst mehr und setzen noch ein schönes Sahnehäubchen auf den Sieg: One-Touch-Fußball über Karsten, Schreibi, Frank, Sempi und Uwe auf Stephan, der von der Strafraumgrenze aus vollem Lauf mit einem fulminanten Schuss in den Winkel den 5:1-Endstand erzielt.
Ein hoher Sieg in einem Spiel, das lange auf Messers Schneide stand und in der Kabine bei Klaus´ Geburtstagslage gebührend gefeiert wurde von:

Schreibi, Klaus, Sempi, Uwe, Andi Hä, Stephan, Karsten, Frank und

Hans Sch.